Eigentlich wollten wir diesen Ausflug  Anfang April unternehmen – doch leider  kam uns der Corona-Lockdown in die Quere.  Mitte Juni waren dann aber  die Auflagen soweit gelockert, dass wir das Versäumte nachholen konnten. In den Odenwald wollten wir, zum bei Feinschmeckern sehr geschätzten Slowfood- und Hessen-à-la-carte-Restaurant der Familie Treusch in Reichelsheim.  Den Senior, Armin Treusch, kennen wir seít Jahrzehnten. Inzwischen hat Sohn Thomas die Küche übernommen und  verfolgt  dabei den erfolgreichen Weg weiter : regional, kreativ  und qualitätsbewußt.  (Mehr dazu ist hier nachzulesen:
https://www.treuschs-schwanen.com/aktuelles/geschichte-vom-schwanen-und-familie-treusch/)

Ganz bewußt wählten wir für unsere Reise nach Reichelsheim nicht den schnellsten  Weg – wir wollten  ja Neues erkunden.  Unsere Route führte von Butzbach mit RB49 quer durch die Wetterau nach Hanau – eigentlich keine sonderlich lange Strecke, für die der Zug erstaunliche 58 Minuten braucht.

Von  Hanau geht es weiter mit der  Odenwaldbahn RE85 bis  Groß-Umstadt, von dort mit  RB82  nach Reinheim.  Weiter geht es mit dem Bus B693, der  die 17 km nach Reichelsheim in einer knappen halben Stunde bewältigt.  Nach 3 Stunden war die Strecke Butzbach-Reichelsheim mit Öffis geschafft. Eine sehr entspannte Fahrt mit für uns unbekannten Ausblicken auf Landschaften  und interessante Zeugnisse menschlicher Bautätigkeit.

 

Einige Highlights der Fahrt haben wir in einem Video festgehalten:

VIDEO 1  – Abenteuer Seniorenticket – Von Butzbach in den Odenwald

Nach einem Zwischenstop in einer Reichelsheimer Eisdiele bezogen wir unsere Ferienwohnung und wenig später war es Zeit,  unser  kulinarisches Ziel anzusteuern.

 

Die Speisekarte stand im Zeichen der „Odenwälder Lammwochen“ und wir konnten uns schnell entscheiden: Als Vorspeise Lamm-Maultaschen, Essenz vom Lamm  mit Lammklößchen und Lammzunge, als Hauptgang Lammleber mit Pilz-Allerlei und – als einziger Ausreißer aus dieser Lamm-Orgie –  Gefüllter Ochsenschwanz.

     

Alles vorzüglich!  Zum Abschluss noch die Dessert-Variationen und  Odenwälder Schnäpse.  Hoch zufrieden wanderten wir in unser Nachtquartier.

VIDEO 2 –  Odenwälder Lammwochen bei Treuschs in Reichelsheim

Der nächste Morgen:  Eine weitere Busfahrt stand an. Von Reichelsheim über Lindenfels nach Bensheim.  Abfahrt 8.01 Uhr .

Wie das? Vor 9 Uhr? Das Seniorenticket gilt doch erst ab Neun?  –  keine Sorge, wir wären auch zu so früher Stunde legal unterwegs gewesen , wie wir später erläutern werden.

Das frühe Aufstehen an diesem wunderbaren Morgen nutzte uns leider nichts, denn wir stiegen prompt in den falschen Bus – vermutlich ein typischer Anfängerfehler bei ÖPNV-Novizen.  Hätten wir mal den Fahrplan gründlicher analysiert ….  Um 8:01 fahren nämlich zwei Busse los – der eine nach Darmstadt, der andere nach Bensheim.  Nach drei Haltestellen fiel uns auf, dass wir wohl den falschen erwischt hatten. „Lesen müsste man können“ meinte der Busfahrer, als er uns aussteigen ließ.

Also hatten wir  noch eine Stunde mehr Zeit, uns im morgendlichen  Reichelsheim umzusehen.  Um 9:01 ging es dann aber (jetzt im richtigen Bus 665) durch schöne Landschaft bei Traumwetter nach Bensheim, wo wir den Zug nach Heidelberg RB68 knapp erreichten.  Gerade noch rechtzeitig merkten wir in Neu-Edingen dass hier der Zug geteilt wird und wir natürlich in der falschen Zughälfte saßen (weiterer Anfängerfehler).

 

Doch danach ging es problemlos weiter. Umstieg in Heidelberg in die S51, einige Minuten am Neckar entlang und schon war unser Ziel   Bammental erreicht.

Inzwischen hatten wir den Geltungsbereich des Seniorentickets verlassen und befanden uns im Bereich des VRN – Verkehrsverbund Rhein-Neckar. Um nicht als Schwarzfahrer erwischt zu werden hatten wir uns online für 24 Euro eine Tageskarte für 2 Personen gekauft. Im Odenwald überlappen sich die Gebiete von RMV und VRN. Wir hätten also auch um 8:01 den Bus ab Reichelsheim legal besteigen können – wenn wir ihn denn erwischt hätten.

VIDEO 3 – „Ich glaub ich sitz im falschen Bus!“

Wieso Bammental?  Das hat etwas mit Ninas Passion für ´s Schneiden zu tun. Nina schneidet gern – Filme, Rosen, Haare  oder Schinken. Und um Letztes geht es.   In Bammental sitzt die Firma „Myslicer“, die sich  auf die Restaurierung von Berkel-Geräten spezialisiert hat.  Diese Aufschnittmaschinen der holländischen Firma sind legendär und Wunderwerke der Feinmechanik. Für Feinschmecker materialisiert sich darin „Der Traum vom perfekten Schnitt“.

       

Oliver Kübe restauriert seit 25 Jahren diese Geräte, die er irgendwo auf der Welt aufspürt.  Oft sind diese Oldtimer  in erbärmlichem Zustand, wenn sie in seiner Werkstatt ankommen. Doch viele Monate später sind sie wieder wie neu und machen ihren Käufern  immer nur Freude.

 

Nach ausführlicher Beratung und viel Ausprobieren entschied sich Nina für das Modell 21  von Ende der 40er Jahre.  Anfang August wird das gute Stück bei uns angeliefert und eine neue Ära des Schnitts kann  anbrechen!

VIDEO 4 – Der Traum vom perfekten Schnitt

Für die Rückfahrt wählten wir den direkten Weg über Frankfurt. Zunächst unspektakulär, alles schien auf dem besten Weg. Doch kurz vor Frankfurt blieb der Zug immer wieder stehen und kam mit fast 20 Minuten Verspätung an, weshalb der Anschluss  nicht erreicht wurde …   40 Minuten später als geplant war schließlich Butzbach erreicht.

VIDEO 5 – Bilanz

Es war unsere erste Fahrt in Corona-Zeiten. Mit Maske zu fahren ist ungewohnt, aber kein Problem. Fast alle halten sich an das Masken-Gebot. Ausnahmen haben wir eigentlich nur in und um  Heidelberg gesehen: manche Maskenverweigerer sind offenkundig intellektuell überfordert, bei anderen scheint es eine Mischung aus Trotz und Arroganz zu sein. Aber unterm Strich alles sehr entspannt.  

Odenwälder Lämmer und der Traum vom perfekten Schnitt

Beitragsnavigation


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert