Was sich die Erfinder des Seniorentickets Hessen gedacht haben ist schon klar: Die Rentner sollen ihre Autos stehen lassen und dafür bei Bussen und Bahnen für eine höhere Auslastung sorgen – außerhalb der Spitzenzeiten, versteht sich. Und damit auch einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Das finden wir gut und richtig.

Bei uns kam die Idee sofort gut an, denn der ÖPNV hat natürlich für Genussmenschen wie uns noch einen zusätzlichen Vorteil: ein Ausflug etwa in den Rheingau ist mit dem Auto vor allem für den Fahrer  bekanntlich nur halb so lustig.  Was uns bislang  von Bahn & Bus fern hielt?  Unsere Vorbehalte (oder Vorurteile?)  sind  schnell aufgezählt: es dauert lang, ist umständlich, unzuverlässig und teuer.

Im letzten Jahr haben wir allerdings bei einer Weinwanderung mit unseren Slowfood-Freunden gemerkt, dass Bahnfahren in Weinregionen eine feine Sache ist – und höchst vergnüglich zudem.  Mit Wanderführer Wolfgang Blum ging es vom Bahnhof Eltville zum Bahnhof Östrich, vorbei an wunderbaren Weinlagen und Weingütern. Mit dem Auto wäre das eine triste Veranstaltung gewesen …

Und dann gab es noch ein zweites Erlebnis: eine Wanderung mit Freunden auf der Erzweg bei Mücke am Rand des Vogelsberg. Wir parkten unser Auto in der Nähe des Bahnhofs, der einen ziemlich ausgestorbenen Eindruck machte  und wanderten zu ehemaligen Eisenerzgruben und anderen Zeugnissen der Bergbaugeschichte (sehr lohnend!). Als wir wieder am Bahnhof ankamen fuhr gerade ein Zug ein. Ein modern aussehender Zug voller entspannt aussehender Menschen auf der Bahnstrecke von Fulda nach Limburg.  An einem Sonntag Nachmittag. Dass es überhaupt eine solche Verbindung quer durch Hessen gab war uns neu.   Und schlagartig wurde uns klar, dass  Wandern und Bahnfahren auch für uns  gut zusammenpassen könnten.

Wie gut das in der Praxis funktioniert wollen wir mit dem Seniorenticket Hessen ein Jahr lang ausprobieren.

Stimmen all die Gruselgeschichten, die über die Bahn erzählt werden?  Welche Ziele werden wir ansteuern und was gibt es dort zu sehen, zu erleben und – wichtig, wichtig – zu essen?

Wir sind extrem reiselustig und haben in den letzten Jahrzehnten alle 5 Kontinente bereist.  Den „Nahbereich“ haben wir uns immer für „später“ aufgehoben.  Doch nun ist es soweit, haben wir beschlossen. Die Fernreisen stellen wir für´s Erste zurück und erkunden, was vor der Haustür zu finden ist. Doch wir wissen schon jetzt: irgendwann brennt wieder der Reisekittel und es geht hinaus zu fernen Ufern.  Bis dahin bleiben wir aber erst mal im Hessenland.

 

Was soll das Ganze?

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